Die “Ich-bin-hier-Fremde”-Mentalität überwinden

Frauen in Männerdomänen – Die gläserne Decke


Weshalb fällt es hochqualifizierten Frauen in Männerdomänen häufig schwer, in Führungsebenen vorzudringen? Eine Frage die sich viele gestellt haben und die Antworten fallen sehr unterschiedlich aus. In Einzelcoaching Sitzungen ist die Suche nach den Gründen sehr wichtig und die Lösungen sind meistens sehr individuell. Man spricht von der gläsernen Decke.

Eine aktive unbewusste Ausgrenzung der Frauen durch die meist männlichen Vorgesetzten ist ein gefühlter Grund der immer wieder vorkommt. Häufig aber ist ein Grund ein durch praktizierte, männlich geprägte Verhaltensweisen entstehendes Gefühl, in diese „fremde Welt“ nicht zu passen, sich in ihr schlicht nicht wohlzufühlen. Frauen haben das Gefühl, da nicht dazuzugehören, das Gefühl, da nicht mitmischen zu können. Die den Frauen so wichtige Harmonie und der Wohlfühlfaktor sind in dieser fremden Welt nicht anzutreffen. Die Frauen grenzen sich selbst aus, weil sie sich in dieser Welt nicht wohl fühlen bzw. sich nicht dazugehörig fühlen.

Wie können Frauen diese „gläserne Decke“ durchbrechen, ohne die eigene Identität zu verleugnen?

Die Geschlechterkulturen

Wenn wir in eine fremdes Land reisen, stoßen wir an erster Stelle auf eine fremde Sprache. Frauen, die sich in Männerwelten bewegen, geht es ähnlich. Sie stellen fest, dass sie die Männersprache nicht sprechen. Dabei geht es um die verbale als auch um die non-verbale Kommunikation. Es geht auch um Werte und die Sprache der Werte. Der wertende Umgang mit Geschichten gehört zu den wichtigsten Mitteln, unsere Reaktionen auf die Welt untereinander abzustimmen. Es ist einer der Wege, auf denen wir das soziale Gewebe, das Geflecht unserer Beziehungen, aufbauen. Die Beziehungen zwischen Männern sind anders als die Beziehungen zwischen Frauen. Es ist bekannt, dass Männer – mehr als Frauen – strategisch netzwerken um beruflich voranzukommen. Frauen netzwerken anders – und leider in der Regel weniger erfolgreich als Männer. Während diese Seilschaften bilden, wo der eine den anderen mit nach oben zieht, bleiben Frauen oft in ihrer Wohlfühlzone und vernetzen sich auf gleicher Hierarchieebene.

Da hält Frau sich erst einmal zurück, um zu verstehen, wie dieses fremde Land,  funktioniert. Ihre eigene Gabe, nämlich die Empathie und die Anpassungsfähigkeit, fällt ihr auf die Füße.

Da Frau die Männerwelt – zumindest am Anfang ihrer Berufserfahrung – nicht so richtig versteht, bleiben sie häufig zurückhaltend und abwartend. Sie verpasst es dadurch oft, auf den fahrenden Zug aufzuspringen, d.h., sich z.B. in einem laufenden Meeting aktiv einzubringen oder sich auf eine interessante Stelle oder Projekt zu bewerben.  Die Frauen verstecken sich hinter der “Ich-bin-hier-Fremde”- Mentalität. Diese Denkweise bietet der Frau Sicherheit an. Eine bessere Lösung wäre es, die Männerwelt und deren Sprache zu verstehen und ihm auch ihre Sprache nahezubringen. Je länger die Frau in diesem Zustand anhält, desto weniger wird ihre Integration gelingen. Der Mann wird ganz normal weiter agieren. Irgendwann will sie zurück in ihr Land, dort wo sie sich wohl fühlt. Er hat nie eine Veranlassung gesehen, sie zu integrieren, denn bisher kam er ja auch ganz gut ohne sie klar, und sie hat nicht weiter „gestört“.

Realität in Unternehmen im deutschsprachigen Raum

In Männerdomänen – z.B. IT in Großunternehmen – sind die Frauen weltweit in der Unterzahl (20%). In IT Großunternehmen im deutschsprachigen Raum ist der weibliche Anteil noch geringer (16%) und hier sind die Frauen doppelt so schnell wieder weg. Selbst dort wo es Frauen gibt, wird nicht viel unternommen um diese zu integrieren. Unternehmen, die Gender Diversity wirklich leben und in denen eine Integration der beiden „Geschlechterkulturen“ stattgefunden hat, erzielen die besseren Geschäftsergebnisse. Dies belegen zahlreiche Studien. Sind Mann und Frau jedoch nur auf dem Papier im Unternehmen vertreten und setzen sie sich mit ihren Unterschieden nicht auseinander, werden sich die Gräben oder Fragezeichen zwischen den Geschlechtern nur manifestieren. Das Geschäftsergebnis bleibt maximal so gut wie es war, vielleicht wird es sogar nachhaltig schlechter, getrübt von einem ständig schwelenden Konflikt zwischen ihm und ihr.

Die “Ich-bin-hier-Fremde”-Mentalität überwinden


Es gibt Maßnahmen die Frauen ergreifen können, um sich wirkungsvoll in Szene zu setzen, ohne sich selbst dabei zu verleugnen und zum “halben Mann” mutieren zu müssen. An erster Stelle geht es um

  • die Identifikation von Glaubenssätzen die Frauen in deren Verhalten blockieren
  • die Suche nach neuen Glaubenssätzen
  • die Definition eines Haltungsziels.

Es ist wichtig die männlichen Kommunikations- und Verhaltensweisen besser zu verstehen. Machtspiele erkennen, analysieren und gezielt nutzen, ist ein wesentlicher Teil zum weiblichen Erfolg in Männer dominierten Bereichen.

In Einzelcoaching Sitzungen kann man diese Themen sehr individuell bearbeiten. Das Ergebnis sind bemerkenswerte Erfolge. Frau fühlt sich wohl in der Führung.

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